Das Jahr im Überblick
Ein ganzes Jahr in der Fein-Brennerei Prinz
Schnapsbrennen ist mehr als nur Destillation – es ist ein Handwerk im Einklang mit der Natur.
Der Beginn und das Ende des Prinz-Jahreskreislaufs fallen auf den Dezember, zur Wintersonnenwende. In dieser wichtigen Ruhephase wird das Fundament für das neue Jahr gelegt. Schon im tiefsten Winter, zu Jahresbeginn, erfolgt dann der gezielte Schnitt der Obstbäume, der die Grundlage für eine reiche Ernte schafft. Mit dem Frühling erwacht die Natur, die Bäume stehen in voller Blüte und versprechen die Früchte des kommenden Sommers. Über Monate hinweg reifen sie heran, geprägt von Sonne, Regen und Bodenbeschaffenheit, bis sie zur Ernte bereit sind. Doch erst im Herbst und Winter vollendet sich der Kreislauf: Aus den sorgfältig geernteten Früchten entsteht durch Vergärung und Destillation ein Schnaps. Jeder Tropfen erzählt die Geschichte dieses Weges – von der Pflege der Bäume bis zur Kunst des Brennens.


Januar


Der Winterschnitt
Im Januar steht bei uns der Winterschnitt im Obstgarten an. Danach beginnt die Schonzeit – eine wichtige Phase, in der sich die Pflanzen regenerieren und neue Kraft sammeln können. Durch den Schnitt wird die Energie gezielt gelenkt, damit im Frühjahr starke Triebe entstehen und die Bäume gesund und kräftig in die Saison starten.
Februar


Der Bodensee und sein Klima
Die Bodenseeregion bietet durch ihr besonders mildes, frostarmes Klima selbst im Februar perfekte Bedingungen für außergewöhnliches Obst. Der See wirkt als natürlicher Klimaregulator: Er speichert Wärme und sorgt ganzjährig für ein ausgeglichenes Klima mit vielen Sonnenstunden.
März


Knospenzeit
Die Knospenzeit ist eine der bedeutendsten Phasen im Jahreszyklus eines Obstbaums. Nach dem Winterschlaf erwacht der Baum langsam wieder und nutzt die erste Frühjahrswärme, um neue Knospen zu bilden. Diese kleinen Wunderknospen tragen später die Blüten und damit die Grundlage für die kommende Ernte.
April


Blütezeit
Die Obstblüte ist ein kurzer, aber entscheidender Abschnitt im Jahr. Wetter, Insekten und Bestäubung bestimmen, ob aus Blüten später Früchte werden. Wenn Bienen und Hummeln gemeinsam die Natur unterstützen, entsteht ein faszinierendes Zusammenspiel.
Mai


Holunder und Kirschblütenernte
Holunder- und Kirschblüten schenken uns außergewöhnlich feine Geschmacks- und Geruchsnuancen. Ihre intensiven, natürlichen Düfte nutzen wir als Lockmittel der Natur, um die zarten, lieblichen Noten der Blüte behutsam in unsere Blütenliköre zu übertragen und so den Charakter des Baumes einzufangen.
Juni


Von der Blüte zur Frucht
Nach dem Blütenmeer beginnt ein leiser, aber entscheidender Prozess: die Selektion der Natur. Der Baum wählt jene Blüten aus, die das Potenzial zur Frucht haben, und bündelt seine Energie gezielt in deren gesunden und kräftigen Ausbau.
Juli


Wachstumszeit
Die Sommermonate sind für die Qualität des Obstes die wichtigsten Monate. Ob viel oder wenig Sonne und Regen, niedrige oder hohe Temperaturen und auch die Anzahl der Nützlinge entscheiden über die Qualität des jeweiligen Jahrgangs. So wird jede Ernte zu einem unverwechselbaren, neuen Geschmacks- und Geruchserlebnis.
August


Ernte
Der perfekte Erntezeitpunkt ist ein Moment, der Erfahrung und Geduld verlangt. Erst wenn Geschmack, Zuckergehalt und Säure im Gleichgewicht sind, ist das Obst bereit, gelesen zu werden – von Hand und genau im richtigen Augenblick.
September


Was passiert nach der Ernte?
Nach der Ernte beginnt die sorgfältige Verwandlung der Frucht. Durch Waschen, Maischen und Vergären entsteht Schritt für Schritt die Grundlage für edle Schnäpse – ein Prozess, bei dem Sauberkeit, Zeit und handwerkliches Know-how entscheidend sind.
Oktober


Destillation
Beim Brennen zeigt sich die wahre Kunst des Brennmeisters. Mit Erfahrung und Fingerspitzengefühl werden Vor-, Mittel- und Nachlauf getrennt, um das Beste aus der Frucht herauszuholen und höchste Qualität entstehen zu lassen.
November


Reifezeit & Lagerung
Nach dem Brennen beginnt eine Phase der Ruhe. Durch gezielte Lagerung und ausreichend Zeit entwickelt sich der Charakter weiter, Nuancen runden sich ab – Geduld wird hier zur wichtigsten Zutat.
Dezember


Wintersonnwende
Mit der Wintersonnenwende beginnt ein neues Jahr im Obstgarten. Die Natur sammelt Kraft, bereitet sich vor und legt den Grundstein für alles, was im kommenden Zyklus wachsen und reifen darf.


Blütezeit
BESONDERES KLIMA
Die klimatischen Bedingungen am Bodensee sind gemeinhin sehr günstig für den Obstanbau. Ein großer Teil der Obstbauern, von denen wir Früchte beziehen, arbeitet in dieser Region. Die Nähe zu den Bergen sorgt dabei für kühlere Temperaturen, während der See als Wärmespeicher fungiert. Das Obst erhält dadurch einen besonders charakteristischen Geschmack. Und das schmecken Sie dann auch in den Spezialitäten von Prinz, beispielsweise im Alten Bodensee-Apfel, der sich durch intensive Fruchtnoten und eine feine, schmackhafte Milde und Restsüße auszeichnet. Aber auch in den verschiedenen Obstlern finden Sie diese charakteristischen Besonderheiten des Bodenseeobstes.
TRADITIONELLER OBSTANBAU
Der Obstanbau ist seit jeher ein wichtiger Bestandteil der Fein-Brennerei. Bei einem Gang durch den Obstgarten finden Sie deshalb nicht nur Jungpflanzen, sondern auch bis zu 130 Jahre alte Hochstammbäume, welche viel Pflege benötigen. Bereits vor dem Austrieb im Frühjahr wird der grobe Baumschnitt gemacht. Neben der ständigen Kontrolle der Blüten und der Fruchtausbildung dürfen unsere wichtigsten Helfer aus der Natur – die Bienen nicht fehlen. Denn nur durch ihre fleißigen Arbeiten entstehen aus den Blüten auch saftige Früchte.
GESUNDER BAUM, GESUNDE FRUCHT
Damit die Früchte optimal gedeihen können, müssen die Äste der Obstbäume regelmäßig ausgelichtet werden. Das betrifft aber nicht nur die Blätter, sondern auch die Fruchtansätze. Denn – weniger ist mehr und zwar auch beim Obst. Trägt ein Baum zu viele Früchte, sinkt deren Qualität. Das Obst bleibt zu klein, enthält weniger Inhaltsstoffe und somit auch weniger Geschmack. Aber genau den wollen wir schlussendlich ja für Sie in der Flasche haben. Aus diesem Grund entfernen unsere Obstspezialisten einen Teil der noch kleinen Früchte und sorgen so für eine qualitativ hochwertige Ernte. Und diese Qualität schmecken Sie dann auch in Ihrem Glas.
Streuobstwiesen erhalten
Um die Streuobstwiesen für unsere zukünftigen Generationen zu erhalten, werden von der Fein-Brennerei Prinz vielerlei Anstrengungen unternommen: vom eigenen Obstgarten, der komplett natürlich und autonom bewirtschaftet wird, bis hin zur Erntemaschine, mit der auf schonende Art und Weise Hochstammbäume abgeerntet werden können.


Kontrolle
VON FRUCHTEXPERTEN KONTROLLIERTES, HANDVERLESENES OBST
Sobald das Obst ankommt, prüfen wir die Reife und Qualität mit allen Sinnen: Aussehen, Geruch, Geschmack und tastbare Beschaffenheit. Bei größeren Lieferungen nehmen wir zusätzlich Stichproben für das Labor, um den Zucker- und Fruchtsäuregehalt zu bestimmen.
Nur gesundes Obst bleibt auf dem Band
Wenn die Fruchtexperten ihr Okay geben, landet das Obst kurz nach der Anlieferung auf dem Sortierband. Dort sortieren flinke Hände alle Früchte aus, die beschädigt sind oder braune Stellen haben. Das handverlesene Obst wird dann auf dem Band mit Trinkwasser abgespritzt.


Verarbeitung
Wie wird das Obst verarbeitet?
Am Obsthof Leiblachtal werden die wertvollen Früchte mit viel Liebe und Erfahrung von Hand sortiert und mit dem Extraktor zu einer reinen Fruchtfleischmaische verarbeitet. In den temperaturkontrollierten Maischetanks wandeln die Hefezellen den natürlichen Fruchtzucker in Alkohol um. Um den vollen Fruchtgeschmack während der Gärung zu erhalten, ist eine kontrollierte Temperatur von 16 bis 18 °C notwendig. Nach ungefähr 8 Tagen ist die Maische bereit für den Brennkessel, um daraus edle Schnäpse und feinste Liköre werden zu lassen.
JEDES OBST WIRD SORTENTYPISCH VERARBEITET
Wir behandeln jede Obstsorte individuell, um deren vollen Geschmack und typischen Charakter zu erhalten. Beispielsweise lagern wir Williams-Birnen einige Tage in speziellen Kisten, wodurch alle gleichzeitig den idealen Reifegrad erreichen. Alle weiteren Arbeitsschritte sind ebenfalls auf die Besonderheiten der jeweiligen Obstsorte angepasst. Bis wir sie zu guter Letzt als Prinz Schnaps oder Likör abfüllen.
VON DER FRUCHT ZUR MAISCHE
Sobald das handverlesene Obst gewaschen ist, kommt es direkt in den Extraktor. Das Gerät ist vergleichbar mit der „Flotten Lotte“ in der Küche. Der Extraktor enthält Siebe und rotiert in hohem Tempo, sodass das Fruchtfleisch durch die Siebe gepresst wird. Je nach Obst variieren wir die Feinheit der Siebe. So trennen wir Stiele, Gehäuse und Kerne vom kostbaren Fruchtfleisch – selbst bei Himbeeren und Erdbeeren. Bei Kirschen und Pflaumen lassen wir jedoch kleine Kernstückchen durch die Siebe passieren, um die beliebten Mandelnoten im Destillat zu erhalten.
Das hochfeine Püree ist unsere Maische. Diese füllen wir in eigens entwickelte Gärtanks und geben Kulturhefen dazu. Unter Luftabschluss beginnen die Hefen, den Fruchtzucker in der Maische abzubauen. Bei dieser sogenannten alkoholischen Gärung entstehen Alkohol und Kohlendioxid.
LANGSAME GÄRUNG SCHONT DAS AROMA
Das Kohlendioxid lässt die Maische sprudeln, wobei auch Wasserdampf entsteht. Dieser enthält Geschmackstoffe aus der Maische. Damit der aromatische Dampf nicht über das Druckventil entweicht, kühlen wir die Maische sorgfältig. So kondensiert der Wasserdampf an der Innenwand des Gärbehälters und die Geschmackstoffe fließen wieder in die Maische. Die optimale Gärtemperatur und Gärdauer wird von der Obstsorte diktiert. Zum Beispiel brauchen es Hefen ein paar Grad wärmer, um gerbstoffhaltige Vogelbeeren-Maische vergären zu können. Nach 4 bis 12 Tagen haben die Hefen den Großteil des Fruchtzuckers in Alkohol umgewandelt und die Gärung wird gestoppt. Jetzt ist die Maische reif für den Brennkessel.
WARUM WIR MANCHES OBST IN ALKOHOL ANSETZEN
Einige Obstsorten wie Himbeeren enthalten wenig Zucker, weshalb die Alkoholausbeute beim Vergären sehr niedrig ausfällt. Deshalb setzen wir für Himbeerschnaps das Beerenpüree in Alkohol an.
Holunderblüten, Nüsse oder Kräuter haben generell zu wenig Zucker, sodass keine reine alkoholische Gärung stattfinden kann. Deshalb müssen wir diese grundsätzlich in Alkohol ansetzen.
Bei einigen Spezialitäten wie Enzian lassen wir die zuckerarme Maische erst einige Tage gären und setzten die Gärmaische danach noch mit Alkohol an.
Je nach Frucht oder Kraut gehen innerhalb von mehreren Tagen bis wenigen Wochen Geruch und Geschmacksnoten in den Alkohol über. Das sogenannte Mazerat destillieren wir dann wie eine Maische: unter Vakuum im bewährten Doppelbrandverfahren.
RÖSTEN UND DÖRREN FÜR PRINZ SCHNÄPSE
Einige Obstsorten wie Himbeeren enthalten wenig Zucker, weshalb die Alkoholausbeute beim Vergären sehr niedrig ausfällt. Deshalb setzen wir für Himbeerschnaps das Beerenpüree in Alkohol an.
Holunderblüten, Nüsse oder Kräuter haben generell zu wenig Zucker, sodass keine reine alkoholische Gärung stattfinden kann. Deshalb müssen wir diese grundsätzlich in Alkohol ansetzen.
Bei einigen Spezialitäten wie Enzian lassen wir die zuckerarme Maische erst einige Tage gären und setzten die Gärmaische danach noch mit Alkohol an.
Je nach Frucht oder Kraut gehen innerhalb von mehreren Tagen bis wenigen Wochen Geruch und Geschmacksnoten in den Alkohol über. Das sogenannte Mazerat destillieren wir dann wie eine Maische: unter Vakuum im bewährten Doppelbrandverfahren.
