Kirschblüten- und Holunderblütenernte
Wenn der Frühling zur Erntezeit wird - Kirschblüten und Holunderblüten am Bodensee
Während viele noch den Frühling genießen, hat in der Bodenseeregion längst eine besondere Zeit begonnen: die erste Ernte des Jahres. Noch bevor Früchte sichtbar sind, werden jetzt bereits die Grundlagen für zahlreiche Spezialitäten gelegt. Kirschblüten und Holunderblüten stehen im Mittelpunkt, zwei kurze, intensive Naturphasen, die über Qualität, Geschmack und Ertrag der kommenden Monate entscheiden.
Entdeckungsreise durch den Prinz Obstgarten


Kirschblüten, der stille Beginn der Ernte
Wenn die ersten Sonnenstrahlen den Morgennebel über dem Wasser auflösen, zeigt sich ein weiß-rosa Band entlang der Ufer und Hänge. Von den Streuobstwiesen bis hinauf in die sonnigen Lagen des Leiblachtals öffnen sich die Kirschblüten und verwandeln die Landschaft in ein lebendiges Gemälde. Das milde Seeklima wirkt wie ein natürlicher Energiespeicher und lässt die Obstbäume in einer Blütenpracht erstrahlen, die weit mehr ist als nur schön anzusehen, sie ist die Basis für die gesamte Kirschenernte.


Doch hinter dieser Ruhe steckt ein empfindliches Zusammenspiel:
- Das "Wettfliegen" der Bestäuber: Jetzt beginnt die entscheidende Phase für die Bienen. Nur bei mildem Wetter und wenig Wind schaffen sie es, die Blüten zuverlässig zu bestäuben. Jeder Tag zählt, denn ohne sie entsteht keine Frucht.
- Das Zittern um die Ernte: Der Bodensee schützt als Wärmespeicher oft vor Spätfrost, doch die Unsicherheit bleibt. Unsere Obstbauingenieure verfolgen die Wetterentwicklung aufmerksam, denn schon eine kalte Nacht kann die gesamte Ernte gefährden.
Der richtige Zeitpunkt für die Kirschblütenernte
Für unseren Kirschblüten Likör benötigen wir bereits die Kirschblüten und diese Ernte erfordert Erfahrung und Präzision. Nur 3 bis 5 Tage bleibt Zeit für die Ernte der Kirschblüten. Der genaue Zeitpunkt liegt zwischen Bestäubung und dem natürlichen Abfallen der Blütenblätter.
Was viele nicht wissen: Die Ernte beginnt bereits jetzt.


Was bedeutet das für uns?
- Wir achten bei unseren Obstbäumen auf eine hohe Biodiversität, damit schützt sich die Natur schon sehr gut von selbst.
- Wir setzen auf hocharomatische Sorten, die eher später blühen. Somit können wir das Frostrisiko von Anfang an minimieren.
- Wir sorgen für einen gesunden Boden. Das bedeutet, dass wir auf eine möglichst geringe Bodenbelastung achten, damit ein luftiger und lebendiger Boden erhalten bleibt.
- Wir führen Gras, Laub und Holz, welches im Obstgarten anfällt, unseren Bäumen als Nährstoffe wieder zu. So geben wir der Natur das zurück, was sie selbst an Nährstoffen hervorbringt.
- Wir setzen neue Bäume in dieser Phase. Da der März und die Knospenzeit der ideale Zeitpunkt dafür ist.
Holunderblüten, der Duft des Frühsommers




Wenige Zeit später, wenn die Temperaturen steigen, übernimmt eine andere Pflanze die Hauptrolle: der Holunder. Seine cremeweißen Blütendolden tauchen Hecken, Waldränder und Wiesen in ein sanftes Licht, begleitet von einem unverwechselbaren Duft, der den Frühsommer ankündigt.
Der Holunder ist ein Strauch-Gewächs, welcher wild seinen Weg geht und dabei seine volle Pracht entfaltet. Seine Ernte folgt keinem festen Plan, sondern dem perfekten Moment.
Der perfekte Moment:
- Geerntet wird nur bei voller Blüte, wenn die Dolden ihr intensives Aroma entfalten. Dieses Zeitfenster ist kurz, oft bleiben nur wenige Tage.
- Sonnige, trockene Vormittage sind ideal. Regen würde die wertvollen Pollen aus den Blüten waschen, die für Geschmack und Qualität entscheidend sind. Deshalb beginnt die Ernte meist früh am Tag, wenn der Tau verschwunden ist.
Sorgfalt und Tradition bei der Holunderernte
Die Ernte selbst ist ruhig und bedacht. Nur makellose Dolden werden ausgewählt und vorsichtig geschnitten, um die empfindlichen Blüten zu schützen. Jede einzelne entscheidet über die Qualität der späteren Produkte.
Frisch geerntet werden die Blüten meist noch am selben Tag verarbeitet. Ihr Aroma ist flüchtig, und genau das macht ihren Reiz aus: Es ist der Geschmack eines kurzen Moments, eingefangen für später.
Zwei Blüten, ein kurzer Augenblick
Sowohl die Kirsch- als auch die Holunderblüte sind vergänglich. Innerhalb weniger Tage entscheidet sich, was zu herrlichem Kirschblüten- oder Holunderblütenlikör verarbeitet werden kann.
Das Prinz Jahr im Überblick


Januar


Der Winterschnitt
Im Januar passiert bei uns der Winterschnitt für unsere Obstbäume. Nun ist Schonzeit im Obstgarten. Die Pflanzen können sich regenerieren und durch den Schnitt neue Kraft tanken um starke Triebe zu bekommen. Somit geht die Energie der Pflanze in die Frucht und nicht ins Holz.
Februar


Ernte
Der Bodensee und sein Klima
Warum in der Bodenseeregion besondere Äpfel und Birnen wachsen - Bodensee als natürlicher Klimaregulator (Wärmespeicher), mildes Klima, viele Sonnenstunden, ideale Bodenbedingungen, überdurchschnittlich hohe Niederschlagswerte, Voralpenklima, kalte raue Nächte, warme Sonnenverwöhnte Tage, nährstoffreiche Böden (sehr Humus-Lehm lastig)
März


Kontrolle
Knospenzeit
Knospenzeit - eine der wichtigsten Phasen, in denen der Baum vom Winterschlaf erwacht und seine volle Kraft durch die Frühjahrswärme in neue Knospen, später Blüte, setzt.
April


Verarbeitung
Blütezeit
Ein kurzer Moment mit großer Bedeutung
Warum die Obstblüte so entscheidend ist, wie Wetter und Bienen die Ernte beeinflussen und warum man jetzt besonders aufmerksam ist. Williams-Bäume sind Befruchterbäume, ohne eine Bestäubung einer anderen Sorte kommt keine Blüte, das ist dies, was insbesondere Obstbäume auch sehr lebenswert für Insekten (Bienen, Hummeln, etc.) macht. Es ist eine wahre Freude während der Blütenzeit der Natur zuzusehen, wie sie sich gegenseitig unterstützt und das leben in den Obstplantagen jeden Tag von neuem erweckt wird. Garnicht zu denken an den feinen Obstblütenhonig.


Blütezeit
BESONDERES KLIMA
Die klimatischen Bedingungen am Bodensee sind gemeinhin sehr günstig für den Obstanbau. Ein großer Teil der Obstbauern, von denen wir Früchte beziehen, arbeitet in dieser Region. Die Nähe zu den Bergen sorgt dabei für kühlere Temperaturen, während der See als Wärmespeicher fungiert. Das Obst erhält dadurch einen besonders charakteristischen Geschmack. Und das schmecken Sie dann auch in den Spezialitäten von Prinz, beispielsweise im Alten Bodensee-Apfel, der sich durch intensive Fruchtnoten und eine feine, schmackhafte Milde und Restsüße auszeichnet. Aber auch in den verschiedenen Obstlern finden Sie diese charakteristischen Besonderheiten des Bodenseeobstes.
TRADITIONELLER OBSTANBAU
Der Obstanbau ist seit jeher ein wichtiger Bestandteil der Fein-Brennerei. Bei einem Gang durch den Obstgarten finden Sie deshalb nicht nur Jungpflanzen, sondern auch bis zu 130 Jahre alte Hochstammbäume, welche viel Pflege benötigen. Bereits vor dem Austrieb im Frühjahr wird der grobe Baumschnitt gemacht. Neben der ständigen Kontrolle der Blüten und der Fruchtausbildung dürfen unsere wichtigsten Helfer aus der Natur – die Bienen nicht fehlen. Denn nur durch ihre fleißigen Arbeiten entstehen aus den Blüten auch saftige Früchte.
GESUNDER BAUM, GESUNDE FRUCHT
Damit die Früchte optimal gedeihen können, müssen die Äste der Obstbäume regelmäßig ausgelichtet werden. Das betrifft aber nicht nur die Blätter, sondern auch die Fruchtansätze. Denn – weniger ist mehr und zwar auch beim Obst. Trägt ein Baum zu viele Früchte, sinkt deren Qualität. Das Obst bleibt zu klein, enthält weniger Inhaltsstoffe und somit auch weniger Geschmack. Aber genau den wollen wir schlussendlich ja für Sie in der Flasche haben. Aus diesem Grund entfernen unsere Obstspezialisten einen Teil der noch kleinen Früchte und sorgen so für eine qualitativ hochwertige Ernte. Und diese Qualität schmecken Sie dann auch in Ihrem Glas.
Streuobstwiesen erhalten
Um die Streuobstwiesen für unsere zukünftigen Generationen zu erhalten, werden von der Fein-Brennerei Prinz vielerlei Anstrengungen unternommen: vom eigenen Obstgarten, der komplett natürlich und autonom bewirtschaftet wird, bis hin zur Erntemaschine, mit der auf schonende Art und Weise Hochstammbäume abgeerntet werden können.


Kontrolle
VON FRUCHTEXPERTEN KONTROLLIERTES, HANDVERLESENES OBST
Sobald das Obst ankommt, prüfen wir die Reife und Qualität mit allen Sinnen: Aussehen, Geruch, Geschmack und tastbare Beschaffenheit. Bei größeren Lieferungen nehmen wir zusätzlich Stichproben für das Labor, um den Zucker- und Fruchtsäuregehalt zu bestimmen.
Nur gesundes Obst bleibt auf dem Band
Wenn die Fruchtexperten ihr Okay geben, landet das Obst kurz nach der Anlieferung auf dem Sortierband. Dort sortieren flinke Hände alle Früchte aus, die beschädigt sind oder braune Stellen haben. Das handverlesene Obst wird dann auf dem Band mit Trinkwasser abgespritzt.


Verarbeitung
Wie wird das Obst verarbeitet?
Am Obsthof Leiblachtal werden die wertvollen Früchte mit viel Liebe und Erfahrung von Hand sortiert und mit dem Extraktor zu einer reinen Fruchtfleischmaische verarbeitet. In den temperaturkontrollierten Maischetanks wandeln die Hefezellen den natürlichen Fruchtzucker in Alkohol um. Um den vollen Fruchtgeschmack während der Gärung zu erhalten, ist eine kontrollierte Temperatur von 16 bis 18 °C notwendig. Nach ungefähr 8 Tagen ist die Maische bereit für den Brennkessel, um daraus edle Schnäpse und feinste Liköre werden zu lassen.
JEDES OBST WIRD SORTENTYPISCH VERARBEITET
Wir behandeln jede Obstsorte individuell, um deren vollen Geschmack und typischen Charakter zu erhalten. Beispielsweise lagern wir Williams-Birnen einige Tage in speziellen Kisten, wodurch alle gleichzeitig den idealen Reifegrad erreichen. Alle weiteren Arbeitsschritte sind ebenfalls auf die Besonderheiten der jeweiligen Obstsorte angepasst. Bis wir sie zu guter Letzt als Prinz Schnaps oder Likör abfüllen.
VON DER FRUCHT ZUR MAISCHE
Sobald das handverlesene Obst gewaschen ist, kommt es direkt in den Extraktor. Das Gerät ist vergleichbar mit der „Flotten Lotte“ in der Küche. Der Extraktor enthält Siebe und rotiert in hohem Tempo, sodass das Fruchtfleisch durch die Siebe gepresst wird. Je nach Obst variieren wir die Feinheit der Siebe. So trennen wir Stiele, Gehäuse und Kerne vom kostbaren Fruchtfleisch – selbst bei Himbeeren und Erdbeeren. Bei Kirschen und Pflaumen lassen wir jedoch kleine Kernstückchen durch die Siebe passieren, um die beliebten Mandelnoten im Destillat zu erhalten.
Das hochfeine Püree ist unsere Maische. Diese füllen wir in eigens entwickelte Gärtanks und geben Kulturhefen dazu. Unter Luftabschluss beginnen die Hefen, den Fruchtzucker in der Maische abzubauen. Bei dieser sogenannten alkoholischen Gärung entstehen Alkohol und Kohlendioxid.
LANGSAME GÄRUNG SCHONT DAS AROMA
Das Kohlendioxid lässt die Maische sprudeln, wobei auch Wasserdampf entsteht. Dieser enthält Geschmackstoffe aus der Maische. Damit der aromatische Dampf nicht über das Druckventil entweicht, kühlen wir die Maische sorgfältig. So kondensiert der Wasserdampf an der Innenwand des Gärbehälters und die Geschmackstoffe fließen wieder in die Maische. Die optimale Gärtemperatur und Gärdauer wird von der Obstsorte diktiert. Zum Beispiel brauchen es Hefen ein paar Grad wärmer, um gerbstoffhaltige Vogelbeeren-Maische vergären zu können. Nach 4 bis 12 Tagen haben die Hefen den Großteil des Fruchtzuckers in Alkohol umgewandelt und die Gärung wird gestoppt. Jetzt ist die Maische reif für den Brennkessel.
WARUM WIR MANCHES OBST IN ALKOHOL ANSETZEN
Einige Obstsorten wie Himbeeren enthalten wenig Zucker, weshalb die Alkoholausbeute beim Vergären sehr niedrig ausfällt. Deshalb setzen wir für Himbeerschnaps das Beerenpüree in Alkohol an.
Holunderblüten, Nüsse oder Kräuter haben generell zu wenig Zucker, sodass keine reine alkoholische Gärung stattfinden kann. Deshalb müssen wir diese grundsätzlich in Alkohol ansetzen.
Bei einigen Spezialitäten wie Enzian lassen wir die zuckerarme Maische erst einige Tage gären und setzten die Gärmaische danach noch mit Alkohol an.
Je nach Frucht oder Kraut gehen innerhalb von mehreren Tagen bis wenigen Wochen Geruch und Geschmacksnoten in den Alkohol über. Das sogenannte Mazerat destillieren wir dann wie eine Maische: unter Vakuum im bewährten Doppelbrandverfahren.
RÖSTEN UND DÖRREN FÜR PRINZ SCHNÄPSE
Einige Obstsorten wie Himbeeren enthalten wenig Zucker, weshalb die Alkoholausbeute beim Vergären sehr niedrig ausfällt. Deshalb setzen wir für Himbeerschnaps das Beerenpüree in Alkohol an.
Holunderblüten, Nüsse oder Kräuter haben generell zu wenig Zucker, sodass keine reine alkoholische Gärung stattfinden kann. Deshalb müssen wir diese grundsätzlich in Alkohol ansetzen.
Bei einigen Spezialitäten wie Enzian lassen wir die zuckerarme Maische erst einige Tage gären und setzten die Gärmaische danach noch mit Alkohol an.
Je nach Frucht oder Kraut gehen innerhalb von mehreren Tagen bis wenigen Wochen Geruch und Geschmacksnoten in den Alkohol über. Das sogenannte Mazerat destillieren wir dann wie eine Maische: unter Vakuum im bewährten Doppelbrandverfahren.




